Bestandsaufnahme

Im Gebäudebereich wird in Kirchengemeinden die größte Menge an Treibhausgasen ausgestoßen. Daher ist es sinnvoll hier mit einer Bestandsaufnahme zu beginnen. Ziel ist es, Häuser und Haustechnik auf einen zukunftsfähigen Stand zu bringen.

Fast immer lassen sich Ansatzpunkte finden, wie beispielsweise der Verbrauch von Strom und Wärme ohne große Einschränkungen gesenkt werden kann. Ein Patentrezept für wirksamen Klimaschutz gibt es jedoch nicht. Für einen wirkungsvollen Klimaschutz innerhalb einer Kirchengemeinde ist es von großer Bedeutung, einen Überblick über den aktuellen Gebäudebestand zu erlangen, um gezielt konkrete Maßnahmen durchführen zu können. Zusätzlich zur Bestandsaufnahme im Gebäudebereich ist es ratsam, die Umweltaktivitäten einer Gemeinde und deren Auswirkungen im Gesamten zu betrachten. Dazu gehören beispielsweise auch die Beschaffung und Mobilität. Das Zertifizierungssystem »Der Grüne Hahn bietet die Möglichkeit ein umfassendes Umweltmanagementsystem zu etablieren.

Information und Beteiligung

Mitarbeitende sollten schon vor Beginn der Bestandsaufnahmen über Vorgehen und Ziel Ihrer Aktivitäten informiert und zur Unterstützung gewonnen werden. Dies kann beispielsweise durch eine Befragung über die Umweltbedingungen vor Ort erfolgen. In einem zweiten Schritt sollte ein Team mit einer*einem Klimaschutzbeauftragte*n gebildet werden. Eine gute Unterstützung kann beispielsweise der*die Baukirchenmeister*in sein. Der*die Klimaschutzbeauftragte ist fester Ansprechpartner für Presbyterium, Gemeindemitglieder oder das Netzwerk außerhalb der Gemeinde.

Gebäudeübersicht

Um mit der eigentlichen Bestandsaufnahme im Gebäudebereich zu beginnen, muss zu Anfang eine Übersicht aller Gebäude erstellt werden. Anschließend müssen die Basisinformationen der Gebäude erfasst werden. Die Daten sind an unterschiedlichen Stellen zu erfragen. Hierzu zählen z.B. Baukirchenmeister*in, das Kreiskirchenamt oder Ämter der Kommune. Die genaue Dokumentation stellt die entscheidende Basis für alle weiteren Arbeitsschritte und für die Entwicklung geeigneter Klimaschutzmaßnahmen dar und sollte daher möglichst exakt erfolgen. Für jedes Gebäude sollten Basisinformationen zusammengestellt und durch Fotos und Pläne ergänzt werden.

Datenerfassung

Um von Beginn an eine strukturierte Datenerfassung und -auswertung zu gewährleisten, empfiehlt sich die Nutzung des Online-Portals »Das Grüne Datenkonto. In dieses können die aufgenommenen Daten und auch Fotos eingepflegt werden. Das Online-Portal steht Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen kostenlos zur Verfügung. Nicht alle Möglichkeiten, einen effektiveren Klimaschutz umzusetzen, sind auf den ersten Blick sichtbar. So müssen im Bereich Heizenergie beispielsweise die Energieverbräuche der Kirchengemeinde erfasst und bewertet werden. Hierfür müssen alle Zählerstandorte erfasst und die Zähler abgelesen werden. Durch ein regelmäßiges Ablesen können die Energieverbräuche beobachtet und bewertet werden. Eine strukturierte Dokumentation im »Grünen Datenkonto ermöglicht einen Vergleich mit abgeleiteten Kennzahlen für einzelne Gebäude oder auch für die gesamte Gemeinde. Außerdem ist hier ein Vergleich mit Kennzahlen anderer Kirchengemeinden möglich. 

Rundgang

Nach Erfassung der Basisinformationen erfolgt anschließend ein Rundgang durch die Gebäude. Dabei ist besonders auf folgende Faktoren zu achten:

  • Baulicher Zustand
  • Heizenergie
  • Strom
  • Wasser/Abwasser

Bezüglich des baulichen Zustandes ist besonders auf die Gebäudehülle und einen ausreichenden Wärmeschutz zu achten. Alle wichtigen Informationen finden Sie in unseren Factsheets »Gebäudedämmung und »Fenster und Türen. Bezüglich der Heizenergie sollten die Aspekte Raumbeheizung, Heizungsanlage und Temperatureinstellungen berücksichtigt werden. Der Faktor Strom umfasst die Bereiche Beleuchtung und elektrische Geräte. Im Bereich Wasser sollte der Verbrauch sowie die Art der Warmwassergewinnung in Augenschein genommen werden.

Protokoll/Endbericht

Als abschließende Maßnahme der Bestandsaufnahme sollte ein Endbericht erstellt werden. Darin fließen alle vorherigen Erkenntnisse ein. Die Ergebnisse werden abschließend zu einer Gesamtbewertung zusammengefasst. Anhand dieser Gesamtbewertung lässt sich dann ein Aktionsplan entwerfen, welcher dem Presbyterium vorgestellt werden kann. Oft werden schnell Ansatzpunkte zur Verbesserung deutlich, sei es bezüglich der Nutzung der Gebäude oder aber auch deren Zustand. Teilweise können Ideen bereits auf dem kleinen Dienstweg umgesetzt werden, andere benötigen eine breite Zustimmung und verursachen hohe Kosten.

Weitere Informationen rund um das Thema Bestandsaufnahme finden Sie beim »Grünen Hahn, in der Broschüre »Das kirchliche Energiemanagement – Der Leitfaden zum Handbuch sowie in der Broschüre »Klimaschutz in unserer Kirchengemeinde. Jetzt gemeinsam für die Schöpfung handeln.

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