„Erneuerbare Energien verteidigen!“ fordert das IKG in einem breiten Bündnis

Die Erneuerbaren Energien sind die Zukunft, die fossilen die Vergangenheit. Mit ihren neuesten Plänen steuert die Bundesregierung aber wieder in die Vergangenheit, verbrennt dringend benötigtes Geld und macht uns weiter erpressbar.

„Heute, hier und jetzt, müssen wir in die Zukunft investieren, in saubere Energie und sichere Arbeitsplätze, aber auch in globale Sicherheit, Gerechtigkeit und die Unabhängigkeit von undemokratischen Regimen. Dafür gehen wir als Christ*innen heute in Köln auf die Straße. Für die weitere Förderung der Erneuerbaren und gegen den überdimensionierten Ausbau der Gasinfrastruktur, aber auch gegen eine Abschwächung des Gebäudeenergiegesetzes und die drohende Kostenfalle für Mieter*innen und Hauseigentümer*innen,“ fordert Dr. Sven Rudolph, Klimapolitikexperte am Institut für Kirche und Gesellschaft, anlässlich der Großdemonstration in Köln am Samstag (18.4.2026).

Die Erneuerbaren Energie sind ein Erfolgsprojekt, in Deutschland und weltweit. Sie tragen in Deutschland bereits rund 60% zum Strombedarf, sichern 275.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze und sind damit ein zentraler Baustein eines auch ökonomisch erfolgreichen Klimaschutzes. Und die Erneuerbaren sind auch global weiter auf dem Vormarsch. 2024 wurden weltweit rund 2,1 Billionen US-Dollar in die Erneuerbaren und ihre Infrastruktur investiert.

Doch in Deutschland droht eine Renaissance der Fossilen. Bereits in den vergangenen Jahren wurde die Förderung der Erneuerbaren zurückgefahren. Und die aktuellen Pläne des Wirtschaftsministeriums deuten eher auf ein Come-back fossiler Energieträger, vor allem Gas, hin als auf den weiteren konsequenten Ausbau der Erneuerbaren. Dabei ist dieser Ausbau heute wichtiger denn je. Schon aus ökonomischen Gründen. Derzeit kostet uns allein der Import fossiler Energien 80 Milliarden Euro pro Jahr. Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes mit seiner Grüngasquote könnte Mieter*innen über 19 Jahre gerechnet mehr als 18.000 Euro höhere Heizkosten bescheren als Wärmepumpen, Eigentümer*innen von Einfamilienhäusern drohen sogar knapp 24.000 Euro höhere Kosten. Und die Reduktion der fossilen Abhängigkeit ist nicht nur aus ökonomischen oder Klimaschutzgründen zentral. Das zeigt gerade wieder der aktuelle Iran-Krieg. Die Erneuerbaren sind ein wichtiger Beitrag zu Frieden, globaler Sicherheit und Gerechtigkeit.

Simone Hüttenberend, Klimamanagerin der Evangelischen Kirche von Westfalen. „Auch für den kirchlichen Klimaschutz ist eine verlässliche Förderung der Erneuerbaren Energien zentral. Die Landeskirche hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt, Umsetzungspläne erstellt und diese finanziell und personell abgesichert. Solaranlagen und Wärmepumpen sind ein wichtiger Teil der Strategie zur Erreichung dieser Ziele. Eine Renaissance der Fossilen gefährdet auch den Klimaschutz in der Kirche.“