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„Trauen Sie ihrer Wirksamkeit“. KlimaNetz-Tagung und Schöpfungspreise bringen über 70 Engagierte zusammen

von Sven Rudolph und Johann Waas

„Alles ist möglich dem, der da glaubt“, mit diesen als Appell interpretierten Worten aus Markus 9,23 sprach die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Dr. Adelheid Ruck-Schröder, in ihrem Grußwort zur diesjährigen KlimaNetz-Tagung „Kirche der Zukunft – Zukunft der Kirche“ allen Engagierten im Klimaschutz Mut zu, gerade wegen der derzeit ungünstigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. „Trauen Sie Ihrer Wirksamkeit!“

Die auch dieses Jahr vom Team des Fachbereichs „Umwelt + Soziales“ des Instituts für Kirche und Gesellschaft (IKG) organisierte und von der naturstrom AG finanziell unterstützten vierten KlimaNetz-Tagung startete dann inhaltlich mit einem Fokus auf Zukunftsfragen aus der Perspektive junger Menschen. Betont wurden einerseits die zentrale Rolle einer nachhaltigen Finanzpolitik für die sozial-ökologische Transformation und andererseits die Bedeutung von Netzwerken im Klimaschutz in einer Zeit abnehmender finanzieller Ressourcen. Den zweiten Tag eröffnete ein Bericht über die bisherigen Erfolge der Klimaschutzarbeit in der EKvW, aber auch über die Herausforderungen. In einem breiten Spektrum an Workshops von Gebäudenutzung und -heizung über Naturschutz bis hin zum intergenerativen Dialog und einem breit gefächerten Markt der Möglichkeiten konnten die Teilnehmenden ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im kirchlichen Klimaschutz erweitern. „Engagement ist mehr als nur ein Notpflaster. Und kirchliches Engagement im Klimaschutz lohnt sich, auch gesellschaftspolitisch“, resümierten Simone Hüttenberend und Dr. Sven Rudolph, Klimamanagerin und -politikreferent am IKG.

Gerahmt wurde die Tagung durch eine unterhaltsame Führung durch den Park von Haus Villigst und die Verleihung des Westfälischen Schöpfungspreises 2026 der Konferenz der Umweltbeauftragten (KUB) in der EKvW. Unter dem Motto „Zusammenhalt schafft Zukunft“ zeigten 18 Initiativen in einem bunten Schöpfungsfest, wie vielfältig Schöpfungsverantwortung gelebt wird. Dank der Bank für Kirche und Diakonie und der VRK Versicherer im Raum der Kirchen konnten Preisgelder von insgesamt 4.000 Euro vergeben werden. Mit dem 3. Preis wurde der AK Kirche & Klima Soest ausgezeichnet: Der Hoffnungsort „Schöpfungszeit“ machte fünf Wochen lang sichtbar, wie Gemeinden und Initiativen gemeinsam handeln. Der 2. Preis würdigte das Familienzentrum Schatzinsel, wo Kinder durch Naturbegegnung, Fairschenken und spirituelle Impulse erleben, dass sie die Welt heller machen können. Den 1. Preis erhielt das Friedhofsteam Haspe, das Biodiversität, Erinnerungskultur und Begegnung über Lebenswelten und Nationalitäten hinweg verbindet. Der Publikumspreis ging an das Stift Cappel – Berufskolleg in Lippstadt: Junge Menschen begeisterten mit ihrem Einsatz für Nachhaltigkeit.

Einen bleibenden Eindruck hinterließen die „Klimamonologe“ des Wort-und-Herzschlag-Theaters. Das dokumentarische Theater macht Stimmen von Betroffenen des Klimawandels auf Grundlage von Interviews erfahrbar, die wortgetreu auf die Bühne gebracht werden. In den Tagungsworkshops und bei der Preisverleihung wurden die Klimamonologe zu einem tief bewegenden Beitrag, der die Veranstaltung in den globalen Kontext von Klimagerechtigkeit einordnete.

Auf einen Hilferuf aus den Klimamonologen „I don’t want to be alone“ antworteten Tagung und Schöpfungspreis so, dass niemand mit der Bewältigung der Klimakrise allein bleiben soll. Die Beiträge und Projekte zeigten: Zusammenhalt schafft Zukunft.

Hinweis: Die KlimaNetz 2027-Tagung findet am 18./19. Juni 2027 im Haus Villigst statt.

Netzwerk Beschaffung und Kirche und Wir-kaufen-anders rücken enger zusammen

Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich am 17. und 18. Juni der Kundenbeirat von Wir-kaufen-anders und der bisherige Mainzer Kreis zu ihrer gemeinsamen Jahrestagung in Kassel. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie nachhaltige und faire Beschaffung im kirchlichen Bereich künftig noch wirksamer unterstützt werden kann.

Ein wichtiges Ergebnis der Tagung: Der Mainzer Kreis trägt künftig den Namen „Netzwerk Beschaffung und Kirche“ und wird von der Koordinierungsstelle von Wir-kaufen-anders begleitet. Mit diesem Schritt soll die Zusammenarbeit beider Initiativen weiter gestärkt und die vorhandenen Kompetenzen noch besser gebündelt werden.

Wir-kaufen-anders unterstützt die teilnehmenden Kirchen mit einer gemeinsamen Informationsplattform, einem nachhaltigen Marktplatz für Beschaffung sowie regelmäßigen Online-Veranstaltungen zu aktuellen Themen nachhaltigen Wirtschaftens.

Das Netzwerk Beschaffung und Kirche ist eine offene ökumenische Plattform für Expertinnen und Experten aus Kirchen und kirchlichen Werken, die sich mit ökologischer und fairer Beschaffung beschäftigen. Es fördert den Austausch, die Weitergabe von Wissen und die Zusammenarbeit zwischen kirchlichen Akteuren. Neben regelmäßigen digitalen und analogen Tagungen entstehen Arbeitsgruppen zu spezifischen Themen, die gemeinsam Materialien, Aktionen und neue Ansätze entwickeln.

Neue Teilnehmende sind jederzeit willkommen. Ziel des Netzwerks ist es, die Kompetenzen im Bereich nachhaltiges Wirtschaften zu stärken und den Austausch über Institutions- und Konfessionsgrenzen hinweg zu fördern.