Stellen Sie sich vor, der duftende Kaffee beim Kirchencafé oder das Kopierpapier im Gemeindebüro wären weit mehr als nur Alltagsprodukte.
In einer Landeskirche wie der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) summieren sich diese vermeintlich kleinen Käufe zu einer gewaltigen Marktmacht. Wenn tausende Gemeinden gemeinsam entscheiden, was in ihren Warenkorb kommt, hören Produzenten und Händler genau hin. Unsere Nachfrage steuert aktiv, ob weltweit fair gehandelt wird oder ob Profit auf Kosten der Schwächsten und unsere Umwelt geht.
Verantwortung, die man schmecken und fühlen kann
Nachhaltige Beschaffung ist für uns kein modischer Trend, sondern gelebter Glaube und christliche Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung. Es geht um globale Gerechtigkeit: Wir wollen sicherstellen, dass Menschen am anderen Ende der Lieferkette von ihrer Arbeit leben können und keine Kinderarbeit in unseren Produkten steckt. Gleichzeitig ist jeder ökologischer Kauf ein Beitrag zum Klimaschutz, da er Ressourcen schont und Treibhausgase reduziert – und damit ein essenzieller Baustein auf unserem Weg zur Klimaneutralität.
Inspiration aus Westfalen: Wenn aus Ideen Taten werden
Dass dieser Wandel längst begonnen hat, zeigt ein Blick in die westfälische Best-Practice-Sammlung. Überall in unserer Landeskirche finden sich Vorbilder, die zeigen, wie einfach Nachhaltigkeit im Alltag funktionieren kann. In Hamm hat die Evangelische Jugend beispielsweise ein Foodsharing-Regal etabliert, um wertvolle Lebensmittel vor der Tonne zu retten. Die Kirchengemeinde in Bergkamen setzt konsequent auf Baumwollhandtücher statt Papier, um Abfallberge zu vermeiden. Und in Fröndenberg zeigt ein Frühstück mit regionalen und fair gehandelten Produkten, wie schmackhaft der Schutz der Schöpfung sein kann. Diese und über 100 weitere Projekte unter www.bestpractice.kircheundklima.de laden ausdrücklich zum Nachahmen ein.
Einfacher Einkaufen: Das Portal „Wir kaufen anders“
Oft scheitert der gute Wille im Ehren- oder Hauptamt am „Siegel-Dschungel“ oder an zeitaufwendiger Recherche. Hier setzt der Online-Marktplatz Kirchenshop der Initiative Wir kaufen anders an: Über 21.000 Produkte sind bereits auf ökologische und soziale Kriterien geprüft. Der Clou dabei: Die Gemeinden sparen nicht nur Zeit, sondern oft auch Geld. Durch kirchliche Rahmenverträge sind viele Produkte bis zu 15 % günstiger als im herkömmlichen Handel. Zudem gibt es nur einen Login für viele Anbieter und eine übersichtliche Gesamtrechnung. „Die Möglichkeit, Produkte direkt in einer nachhaltigen Option angezeigt zu bekommen, erleichtert einen bewussten Einkauf ungemein.“, sagt Katrin Mertens, Presbyterin und Klimaschutzmanagerin im Kirchenkreis Unna.
Machen Sie mit!
Nachhaltig einzukaufen bedeutet heute nicht mehr „teurer und komplizierter“, sondern oft „einfacher und wirtschaftlicher“. Die Registrierung auf www.wir-kaufen-anders.de ist für Kirchengemeinden der EKvW kostenfrei und dauert weniger als fünf Minuten. Werden Sie Teil einer wachsenden Gemeinschaft, die zeigt: Wir kaufen anders – weil uns Gottes Schöpfung am Herzen liegt.
Mehr Informationen:
