Ein breites ökumenisches Bündnis aus Landeskirchen, kirchlichen Verbänden, Organisationen und Persönlichkeiten beider Konfessionen warnt davor, die Energiewende in Deutschland auszubremsen.
In einem gemeinsamen Appell fordert es verlässliche politische Rahmenbedingungen, einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und eine sozial gerechte Gestaltung der Energiewende.
Im Vorfeld der parlamentarischen Beratungen zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und zum Netzausbaupaket haben Vertreter*innen aus evangelischer und katholischer Kirche den „Ökumenischen Appell für eine gerechte Klima- und Energiepolitik“ veröffentlicht.
Die Unterzeichnenden äußern darin die Sorge, dass aktuelle politische Vorhaben den Ausbau erneuerbarer Energien verlangsamen und die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieträgern länger festschreiben könnten. Zu den Unterstützer*innen gehören unter anderem die Landesbischöfin der Nordkirche und Schöpfungsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kristina Kühnbaum-Schmidt, sowie die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Dr. Irme Stetter-Karp.
Verantwortung für Schöpfung und kommende Generationen
Kühnbaum-Schmidt betont insbesondere die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und den Menschen im Globalen Süden. Die Folgen der Klimakrise seien bereits heute deutlich spürbar und beträfen unsere Lebensgrundlagen ebenso wie Menschen, die besonders stark von den Auswirkungen der Klimaveränderungen betroffen sind.
Für das kirchliche Bündnis ist Klimaschutz deshalb nicht allein eine energie- oder wirtschaftspolitische Frage. Er ist auch eine Frage der Bewahrung der Schöpfung, der globalen Gerechtigkeit und der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen.
Auch Stetter-Karp warnt davor, den eingeschlagenen Weg der Energiewende zu gefährden. Investitionen in erneuerbare Energien stärkten lokale Wertschöpfung, senkten Treibhausgasemissionen und reduzierten gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Fehlende Investitionsanreize könnten diese Entwicklung hingegen ausbremsen.
Forderung nach einer sozial gerechten Energiewende
Die Unterzeichnenden des Appells fordern Bundesregierung und Bundestag dazu auf,
- den Ausbau von Wind- und Solarenergie konsequent voranzutreiben,
- den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas verbindlich abzusichern,
- verlässliche Rahmenbedingungen für Klimaschutz und Investitionen zu schaffen
- und die Energiewende sozial gerecht zu gestalten.
Die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das Netzausbaupaket sollten aus Sicht des Bündnisses so ausgestaltet werden, dass sie den Übergang zu einem klimaneutralen Energiesystem beschleunigen statt ausbremsen.
Der „Ökumenische Appell für eine gerechte Klima- und Energiepolitik“ kann ab sofort mitgezeichnet werden.
Hier geht es zum Appell und zur Mitzeichnung:
https://www.misereor.de/oekumenischer-appell-fuer-klimapolitik
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- zac-wolff-baXCV2qg9Ew-unsplash: Unsplash: Zac Wolff
