Entwidmung von Kirchen um Lützerath aufgrund des Kohleabbaus – Aufruf zur virtuellen Gebetskette

Am kommenden Wochenende werden drei katholische Kirchen in und um Lützerath entwidmet, da sie für den in der Region fortschreitenden Kohleabbau weichen müssen. »Greenfaith – ein interreligiöses Netzwerk für Klimagerechtigkeit – und die christliche Initiative »Die Kirche(n) im Dorf lassen setzen sich gegen diesen Vorgang ein und rufen zu einer virtuellen Gebetskette auf.

Die Region, in der diese Kirchen stehen, liegt über einem der größten Kohlevorkommen Europas, der Zeche Garzweiler. Lützerath soll in den kommenden Monaten weiter zerstört werden, da der Kohleausbau voranschreitet. Am kommenden Sonntag, den 28. November 2021, wird die katholische Kirchengemeinde die drei Dorfkirchen von Keyenberg, Kuckum und Berverath offiziell entweihen. Danach werden alle sakralen Objekte, der Tabernakel, die Abendmahlsgefäße und die Altäre entfernt werden. Dann werden die Schlüssel dieser drei Kirchengebäude an RWE übergeben.

Der Vorgang steht im Gegensatz zu den Beschlüssen und Appellen zu einem baldigen Kohleausstieg in Deutschland. Wenn diese Kohle abgebaut und verbrannt würde, wäre es für Deutschland laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung unmöglich, seine Klimaziele von 1,5°C zu erreichen.

Die christliche Initiative namens »Kirche(n) im Dorf lassen in Lützerath macht auf die Tragödie und Ungerechtigkeit des Abrisses von Dörfern und ihren Kirchen am Rande der größten europäischen CO2-Quelle aufmerksam. “Die Kirche den Menschen!” fordert das ökumenisches Bündnis. “Wir feiern seit gut anderthalb Jahren Gottesdienste an der Kante, an den Orten der Zerstörung.”  Damit setzt sich die Initiative aktiv gegen den Ausbau fossiler Brennstoffe ein. Das interreligiöse Netzwerk für Klimagerechtigkeit »Greenfaith steht an der Seite der Initiative und unterstütz diese.

Mitmachen bei der virtuellen Gebetskette

Ihre Gebete und Ihre Unterstützung können Sie auf Twitter und Instagram mitteilen, indem Sie bis zum 27.11. ein Gebet und Gedanke auf ihrem eigenen Twitter oder Instagram Kanal posten, und dann den Hashtag #DieKirchendenMenschen hinzufügen. Unter diesem Hashtag werden ab Samstag alle Gebete öffentlich in den Dörfern zu sehen sein. So können Sie sich am Samstag, den 27. November, mit den Gläubigen in Lützerath solidarisch zeigen, wenn sie Abschied nehmen und den Verlust ihrer Kirchen betrauern.

Bildquelle: