Dreiraumboxen in Recklinghausen – Geben, was andere noch brauchen  

„Geben, was andere noch brauchen – Weniger ist mehr“ – unter diesem Motto steht das Projekt der Ev. Dreiraum-Gemeinde im Osten von Recklinghausen. Seit 2022 stehen auf dem Gelände der Gemeinde drei bewegliche Container, die sog. Dreiraumboxen. Diese sind nicht nur einfache Schränke zur Unterbringung, sondern fördern Nachhaltigkeit und unterstützen die Gemeinschaft vor Ort. 

Das Projekt begann im Jahr 2020, auf die Initiative in der Gemeinde hin, ein Diakonieprojekt aufzubauen. Daraufhin nahmen sie 2021 am Diakoniepreis der Diakonie Recklinghausen teil und setzten mit dem Preisgeld ihre Idee um.  

„Wir haben uns für drei Raumschränke entschieden (…), um bedürftigen Menschen, aber auch alle anderen Menschen eine Möglichkeit zu geben, um Dinge abzugeben, Dinge zu recyceln und weiterzugeben“, erklärt Julia Deppe, Diakonin der Dreiraum-Gemeinde. 

Die Schränke werden regelmäßig mit Kleidung und Gegenständen des alltäglichen Bedarfs bestückt, die von anderen nicht mehr gebraucht werden, aber noch gut erhalten sind. Dabei gibt es auch einen eigenen Schrank für Kinder, in dem unter anderem Spielsachen zu finden sind. Besonders im Winter wird darauf geachtet, dass warme Kleidung und Schlafsäcke hinterlegt werden, um den bedürftigen Menschen in der kalten Jahreszeit zu helfen.  

Spenden können im Gemeindebüro oder bei der Kita Regenbogenland abgegeben werden, wo sie vorsortiert und in die entsprechenden Schränke einsortiert werden. Ehrenamtliche aus der Gemeinde sorgen für Ordnung und Nachschub in den Boxen, wobei auch die Jugend der Gemeinde aktiv mitwirkt.  

Für das kommende Jahr plant die Gemeinde, das Projekt weiter auszubauen. Gemeinsam mit dem angrenzenden Kindergarten, dem Jugendzentrum und der Gemeinde sollen mehrere Flohmärkte organisiert werden. Der Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeit: Als „Teilnahmegebühr“ sollen entweder Lebensmittel gespendet werden, um diese in die Boxen zu räumen, oder ein geringer Geldbetrag, um Lebensmittel zu kaufen und sozialökonomisch benachteiligten Menschen eine warme Mahlzeit anbieten zu können. 

Die Dreiraumboxen sind ein gutes Beispiel dafür, wie die ökologische und soziale Dimension von Nachhaltigkeit zusammengedacht werden kann. Für die Dreiraum-Gemeinde ist dieses Projekt besonders, weil hier Menschlichkeit und Nachhaltigkeit ineinandergreifen. 

Bildquelle:

  • image00006: Klimabüro EKvW