Mit den ersten kühleren Tagen des Septembers und dem goldenen Licht des Herbstes erwacht eine besondere Stimmung in unseren Gärten. Daher heißen wir euch herzlich zu unserem aktuellen Umwelttipp des Monats willkommen. In dieser Jahreszeit, in der die Natur langsam zur Ruhe kommt, möchten wir ein besonderes Augenmerk auf die Förderung der Biodiversität im eigenen Garten legen.
Der NABU spricht von „Biotop-Bausteinen“: Laubhaufen, Wildsträucher, offene Bodenstellen oder Wasserflächen – jede Struktur ist ein kleines Habitat, und zusammengenommen machen sie den Garten zu einem vielfältigen Rückzugsort. Schon mit einfachen Ideen wie heimischen Pflanzen, wilden Ecken oder Nisthilfen könnt ihr die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig von einem lebendigen, naturnahen Garten profitieren.
Wir wünschen euch viel Freude beim Ausprobieren und Beobachten der vielen neuen tierischen Gäste in eurem Herbstgarten!
In Kürze:
Der Herbst ist eine Übergangszeit, in der die Natur ihre Energie sammelt und viele Tiere auf der Suche nach sicheren Rückzugsorten sind. Für uns ist das eine Einladung, den eigenen Garten oder Balkon aus einer neuen Perspektive zu betrachten: weniger als gepflegte Fläche, sondern als kleines Ökosystem, das Lebensräume miteinander verbindet. Schon unscheinbare Elemente wie Totholz, Wildkräuter oder eine ungestörte Ecke können wichtige „Trittsteine“ für Artenvielfalt sein.
Gärten und Grünflächen gewinnen dadurch eine doppelte Funktion – sie sind Erholungsorte für uns Menschen und zugleich Schutzräume für Tiere und Pflanzen. Wenn wir Strukturen zulassen, die auf den ersten Blick „unordentlich“ wirken, entstehen wertvolle Biotope, die Vögel, Insekten und Kleinsäugern das Überleben erleichtern.
Besonders im September lohnt sich ein bewusster Blick: Welche Möglichkeiten bietet mein Garten, um naturnäher zu werden? Welche Lebensräume fehlen noch? Durch kleine, durchdachte Veränderungen entsteht Schritt für Schritt ein Netzwerk von Gärten, das einen wichtigen Beitrag zur Stabilität von Ökosystemen leistet – lokal sichtbar und zugleich Teil einer großen, gemeinsamen Verantwortung für die biologische Vielfalt.
Tipps:
- Laub liegen lassen
- Heimische Sträucher und Stauden pflanzen
- Samenstände stehen lassen
- Kleine Wasserstellen anlegen
- Insektenhotels und Nistkästen aufstellen
Hintergrund:
1. Laub liegen lassen: Anstatt sämtliches Laub zu entsorgen, lasst es in Ecken des Gartens oder unter Sträuchern liegen. So entstehen natürliche Verstecke für Igel, Insekten und Kleintiere. Gleichzeitig dient das Laub als Nährstoffquelle für den Boden – eine einfache Maßnahme, die Artenvielfalt und Bodengesundheit fördert.
2. Heimische Sträucher und Stauden pflanzen: Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für Gehölze und Stauden. Setzt heimische Arten wie Holunder, Hagebutte oder Schlehe, die Nahrung und Schutz für Vögel und Insekten bieten. So wird der Garten zum ganzjährigen Lebensraum und unterstützt die Stabilität des lokalen Ökosystems.
3. Samenstände stehen lassen: Verblühte Pflanzen wie Sonnenblumen, Disteln oder Staudenreste nicht sofort abschneiden. Ihre Samen sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel im Winter. Außerdem bieten die Stängel Unterschlupf für Insekten und tragen dazu bei, die natürliche Vielfalt im Garten zu bewahren.
4. Kleine Wasserstellen anlegen: Auch im Herbst benötigen Tiere Zugang zu Wasser. Eine Vogeltränke, ein kleines Becken oder eine Schale mit frischem Wasser kann Vögeln, Insekten und Igeln helfen, ausreichend Flüssigkeit zu finden. Regelmäßige Reinigung verhindert die Ausbreitung von Krankheiten und sorgt für ein gesundes Biotop.
5. Insektenhotels und Nistkästen aufstellen: Nutzt die Herbstzeit, um Nisthilfen vorzubereiten. Insektenhotels bieten Wildbienen Schutz, während Nistkästen Vögeln beim Überwintern helfen. So entstehen wertvolle Rückzugsorte, die im kommenden Frühjahr zur erfolgreichen Fortpflanzung beitragen.
Nützliche Links:
- Nabu Selbsttest: Zustand der Biodiversität im Garten
- 13 Tipps für mehr Artenvielfalt: WWF
- Kleingärten für Biologische Vielfalt: Pflanzen zur Förderung der Biodiversität
