Im Vorfeld der COP30 haben Kirchenvertreter aus Afrika, Lateinamerika und Asien im Vatikan ein gemeinsames Dokument vorgestellt, das eine gerechte Klimapolitik fordert. Kardinal Fridolin Ambongo Besungu, Präsident des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM), sprach von einem „Schrei nach Würde“ und kritisierte den globalen Wettlauf um strategische Ressourcen. Er unterstrich, dass Afrika nicht arm sei, sondern ein „ausgeplünderter Kontinent“ sei. Die massive Förderung von Lithium, Kobalt und Nickel im Namen der Energiewende gefährde das Leben ganzer Gemeinschaften. „Wie können wir akzeptieren, dass im Namen der ‚Energiewende‘ ganze Gemeinschaften ausgelöscht werden? Wie können wir dulden, dass die Kohlenstoffmärkte unsere Wälder in Finanzanlagen verwandeln, während unsere Gemeinschaften ohne Trinkwasser bleiben?“, fragte er.

Das von den Bischöfen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens verfasste Dokument trägt den Titel „Ein Appell für Klimagerechtigkeit und das gemeinsame Haus: ökologische Umkehr, Transformation und Widerstand gegen falsche Lösungen“. Es betont Klimagerechtigkeit als fundamentales Menschenrecht und spirituelles Anliegen. Gefordert wird ein tiefgreifender Wandel hin zu einer Wirtschaft, die Leben schützt und die Rechte indigener sowie ländlicher Völker, Frauen, Klimamigranten und junger Generationen respektiert.
Der Erzbischof von Kinshasa kommentierte das Abkommen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda wie folgt: „… Ich sage: Keine falschen Lösungen mehr! Keine Entscheidungen mehr, die getroffen werden, ohne auf diejenigen zu hören, die an der Front des Klimakollapses leben. Afrika will leben, will atmen. Afrika will zu einer Zukunft in Gerechtigkeit und Frieden für die gesamte Menschheit beitragen. Und es wird dies durch seinen Glauben, seine Hoffnung und seine unbesiegbare Würde tun“, erklärte er.
Auch Kardinal Jaime Spengler, Präsident des Rates der Bischofskonferenzen Lateinamerikas und der Karibik (CELAM), warnte eindringlich vor den Folgen eines unbegrenzten Wachstumsdenkens. „Entweder wir treffen mutige Entscheidungen – oder ich weiß nicht, wie die Zukunft der nächsten Generationen aussehen wird“, mahnte er.
Die Kirchenvertreter rufen die Weltgemeinschaft auf, jene Stimmen ernst zu nehmen, die unmittelbar vom Klimakollaps betroffen sind. Sie fordern eine gerechte Zukunft, getragen von Hoffnung, Glauben und der unerschütterlichen Würde der betroffenen Völker.
