Mehr Klimaschutz für eine resiliente Gesellschaft

1. Tagung der 19.Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld, 16. bis 19. November 2020

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigen, zu welchen bislang beispiellosen Umsteuerungsprozessen Politik und Gesellschaft in der Lage sind, um Menschenleben zu retten. Dies lässt hoffen, dass auch beim Klimawandel konsequentes Gegensteuern möglich ist. Neben der Gesundheitsförderung ist konsequenter Klimaschutz ein wesentlicher Beitrag zum Aufbau resilienter Gesellschaften. Die bisherigen Minderungsziele und die damit verbundenen Maßnahmen sind jedoch nicht geeignet, die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Begrenzung der Aufheizung der Erdatmosphäre (sog. 1,5 ° Limit) zu gewährleisten. Die Verabschiedung von ambitionierteren Klimaschutzzielen ist auf allen Ebenen unerlässlich.

Mit ihrer Umsetzung muss umgehend begonnen werden. „Flatten the curve“ muss auch für CO2-Emissionen, den Temperaturanstieg und das Artensterben gelten.

Deutschland verfolgt wie die EU eine Green-Recovery-Strategie, die sich u.a. an Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimaneutralität orientiert. Sozialgerecht und ökologisch ausgerichtete Konjunkturprogramme sind jetzt einmalige Chancen, eine menschengerechte, nachhaltige Zukunft zu ermöglichen. Die Absicht des EU-Parlaments und der EU-Kommission, die europäischen Klimaziele deutlich zu verschärfen, weist in diese Richtung. Dies wird jedoch nur gelingen, wenn Deutschland seine eigene Klimapolitik verbessert, d.h. eine CO2 Reduktion in 2030 um 65 % (Basis 1990) und eine deutlich beschleunigte Energie-, Verkehrs- und Wärmewende anstrebt. Klimaneutralität sollte deutlich vor 2050 erreicht werden. Einen guten Orientierungsrahmen bietet dazu u.a. die Studie »„Klimaneutrales Deutschland“ von Prognos, Öko-Institut, Wuppertal-Institut, (Oktober 2020)

Die vor uns liegenden großen Herausforderungen können nur gemeinschaftlich gelöst werden. Deshalb ist jede und jeder von uns und sind auch wir als Kirche gefordert. Unsere Kirche trägt vor allem die Verantwortung für die Umweltauswirkungen unserer Gebäude und die mit unserem Auftrag verbundene Mobilität sowie für den umweltschonenden und die Artenvielfalt erhaltenden Umgang mit den eigenen Flächen. In besonderer Weise sind Christinnen und Christen aufgerufen, einen Bewusstseinswandel im Sinne einer „Ethik des Genug“ vorzuleben und mit ihrem Konsum- und Lebensstil ein motivierendes Beispiel zu geben.

Die Landessynode ist dankbar, dass die Erstellung des Klimakonzepts EKvW 2030 zielgerichtet vorankommt und das Team Klimaschutz im Institut für Kirche und Gesellschaft sowie der Runde Tisch Klimaschutz der EKvW erfolgreich die Arbeit aufgenommen haben.

Begründung des Synodenbeschlusses

»Zum Synodenbeschluss Klimaschutz

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