Klimaschutzbericht 2023 / 24

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat mit dem Klimaschutzplan 2023-2027 einen klaren Kurs eingeschlagen, um bis 2035 90% der Treibhausgas (THG)-Emissionen zu reduzieren. Ein zentraler Bestandteil dieses Plans ist der jährliche Klimaschutzbericht, der erstmals für die Jahre 2023 und 2024 erstellt wurde. Auf dieser Seite finden Sie folgende Informationen: 

01 Einordnung

Der kirchliche Klimaschutz ist ein neuer, aber bereits fest etablierter Arbeitsbereich in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Mit dem Klimaschutzgesetz wurde nicht nur das Fundament für grundlegende Strukturen gelegt, sondern ebenfalls unser gemeinsames Bewusstsein für notwendige Veränderungen geschärft. Unser aktueller Klimaschutzbericht 2023/2024 verdeutlicht: Wir sind von theoretischen Überlegungen zu handfesten Taten übergegangen. 

Der Klimabeirat und das Klimabüro arbeiten eng mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zusammen, um die Umsetzung des Klimaschutzplans auf allen Ebenen voranzutreiben. Erfreulich ist die Beobachtung, wie viel Wohlwollen und Tatkraft dem Umwelt- und Klimaschutz im kirchlichen Alltag entgegengebracht werden. 

Mit Begleitung des landeskirchlichen Klimabüros wurden in fast allen Kirchenkreisen strukturelle Änderungen angestoßen, die Klimaschutzarbeit wurde dauerhaft in Gremien und Fachstellen verankert. Da unsere Gebäude die größten Treibhausgas (THG)-Emissionen verursachen, bilden sie momentan unseren Arbeitsschwerpunkt. Parallel dazu laufen in den Kirchenkreisen intensive Überlegungen zur sinnvollen Verwendung der zweckgebundenen Klimaschutzpauschale. 

Im Oktober 2023 verabschiedete die Kirchenleitung den Klimaschutzplan 2023-2027 mit konkreten Maßnahmen in acht verschiedenen Handlungsbereichen. Der vorliegende Bericht dokumentiert die Umsetzung der dort festgelegten Meilensteine. 

Bei der Erarbeitung der Eröffnungsbilanz 2023 offenbarte sich, dass vielerorts die benötigten Gebäude- und Energiedaten mühsam zusammengetragen werden mussten. Diese zeitaufwändige Arbeit werden wir künftig durch die Einführung bzw. konsequente Pflege von Gebäudemanagementsystemen sowie durch automatisierte Prozesse – etwa durch das Energiemonitoring in unserer westfälischen KlimaApp – deutlich vereinfachen. 

Ein besonderer Dank gilt den Fachstellen für Klimaschutz und Mitarbeitenden in den kirchlichen Verwaltungsämtern, die die Erstellung der Eröffnungsbilanz erst möglich gemacht haben. Dieser Bericht soll dazu ermutigen, den eingeschlagenen Weg mit Entschlossenheit weiterzugehen, um die Schöpfung zu bewahren und für künftige Generationen zu schützen. 

02 Meilensteine

Im Klimaschutzplan sind jährliche Meilensteine definiert. Dieser Fahrplan ist Grundlage des Klimaschutzberichts der EKvW. Für die Jahre 2023/24 wurden für die landeskirchliche Ebene folgende Aufgaben definiert. 

03 Akteursgruppen

 

Klimabüro: Das Team umfasst 7 Fachstellen, von denen 2 befristete Projektstellen sind. Das Klimabüro, ist organisatorisch an verschiedenen Stellen in die Struktur der Landeskirche eingebunden und verfolgt dort seine jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkte. In Zusammenarbeit mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der verschiedenen Ebenen und Arbeitsfelder der EKvW steuert und unterstützt es den Klimaschutzprozess. 

14 Fachstellen für Klimaschutz (06/2025) unterstützen 18 Kirchenkreise bei der Erstellung von Klimaschutzkonzepten und der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Die Fachpersonen für Klimaschutz sind erste Ansprechpersonen für Kirchengemeinden, Mitarbeitende der Kreiskirchenämter und das Klimabüro. Die Klimaschutzbeauftragten treffen sich monatlich zum kollegialen Austausch mit Begleitung des Klimabüros. 

Klimabeirat: Er begleitet und unterstützt die Arbeit des Klimabüros. Seine Besetzung ist so angelegt, dass verschiedene Perspektiven, Interessen und Leitungsverantwortung zusammengeführt werden. Zu ihm gehören Menschen des Kreises der kreiskirchlichen Klimaschutzmanagenden, der kreiskirchlichen Umweltbeauftragten, der Fachleute aus der kirchlichen Verwaltung, der Superintenden*innen und der Dezernent*innen des Landeskirchenamtes. 

23 Synodalbeauftragte für Umweltschutz bilden gemeinsam mit weiteren Vertretenden der kreiskirchlichen Umweltarbeit und Landeskirchlichen Referent*innen die Konferenz der Umweltbeauftragten, die sich vierteljährlich trifft. In den Kirchenkreisen ist die Klimaschutzarbeit in Gremien verankert, wie etwa in bereits existierenden Ausschüssen (Ökumene, Gesellschaftliche Verantwortung) oder spezifischen Gremien (Klima-AG, Klimabeirat). Rund 70 Ehrenamtliche sind in diesen Gremien vertreten. 

04 Organisation

60% Gebäudeenergiedaten erfasst: Es wurden von den Verantwortlichen in den Kreiskirchenämtern, koordiniert durch das Klimabüro, für über 3674 Gebäude in kirchlicher Nutzung Kenndaten und Energieverbräuche zusammengetragen. Die Daten werden konsolidiert im Grünen Datenkonto.  Mithilfe der neuen, landeskirchenweiten Gebäude- und Energiedatenbank konnte die Eröffnungsbilanz 2023 der THG-Emissionen der EKvW erstellt werden. Die Erfassung von Gebäude- und Energiedaten zeigte, dass Kirchenkreise mit Fach- stellen für Klimaschutz die höchste Datenqualität lieferten. In den übrigen Kirchenkreisen war der Aufwand aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten besonders hoch. Besonders herausfordernd war die Erfassung der Energiedaten von Pfarrhäusern, sodass hier eine intensivere Aufklärungsarbeit erforderlich ist. Insgesamt fünf Kirchenkreise haben keine Energiedaten für 2023 übermittelt: Bielefeld, Herne, Lüdenscheid-Plettenberg, Unna und Vlotho.  

376 Kirchen im Klimamonitoring: Das schon im Jahr 2022 eingeführte Raumklimamonitoring konnte 2023 und 2024 weiter ausgebaut werden, sodass jetzt 203 Kirchengemeinden die automatisierte Raumklimaüberwachung in ihren Kirch- bauten nutzen. Die Raumklimaüberwachung mit der KlimaApp dient der Überwachung der Feuchtigkeit bei gleichzeitiger Temperaturabsenkung insbesondere in der kalten Jahreszeit. Das Raumklimamonitoring wurde strategisch so aufgebaut, dass unkompliziert das Energiemonitoring ergänzt werden kann. Installiert man Sensoren an den Energiezählern, so können die Energieverbräuche in Echtzeit in der KlimaApp abgerufen werden.  

Pilotierung Energiemonitoring: 4 Kirchengemein- den aus unterschiedlichen Kirchenkreisen nehmen bereits am landeskirchlichen Energiemonitoring teil, 8 weitere sind geplant. Nach der erfolgreichen Pilotphase kann die Webanwendung zur Verbrauchsüberwachungen kirchlich genutzten  Gebäuden landeskirchenweit ausgerollt werden.  

Bericht Klimaschutzfinanzierung: 21 Kirchenkreise und die Landeskirche haben dem Klimabüro Rückmeldung zur Verwendung der Klima- pauschale gegeben. In 14 Kirchenkreisen und der Landeskirche wurde ein entsprechender Beschluss der Synode bzw. des KSVs gefasst. Kirchenkreise, die bereits Teile der Pauschale verausgabt haben, haben im Durchschnitt 25% der Mittel genutzt.  Dabei variieren die Lösungsansätze bei Auswahl-, Verteilmechanismus und Maßnahmenschwerpunkten. Ein Großteil der Mittel wurde für die Eigenanteile der Klimaschutzmanager*innen und investive Maßnahmen an Gebäuden sowie für Erneuerbare-Energien-Anlagen verwendet.  

Fundraising und Akquisition von Fördermitteln: Ein Fachreferent für Fördermittel im Klimabüro fungiert als Beratungsstelle und primäre Ansprechperson rund um die Bereiche Fundraising und Akquisition von Fördermitteln im Klimaschutz für alle Ebenen der EKvW. Der Fachreferent hat, mit Unterbrechung aufgrund einer Projektleitung, zum 2.01.2024 die Beratung und Betreuung auf- genommen.   

Klimaschutz als fester Tagesordnungspunkt in wesentlichen Gremien der Landeskirche: Die Bedeutung von Klimaschutz und nachhaltigem Handeln ist in den Köpfen und so auch auf den Tagesordnungen angekommen. Erfreulich häufig werden Belange des Klimaschutzes an relevanten Stellen proaktiv berücksichtigt. Für eine regelmäßige Befassung sorgt u.a. das im kirchlichen Klimaschutzrecht etablierte Berichtswesen. Das Kollegium trifft außerdem laufend Verwendungsentscheidungen für die landeskirchliche Klima- schutzpauschale. 

05 Gebäude und Energie

Steckbriefe für Körperschaften: Mit der in Entwicklung befindlichen GuTen-App (Applikation für Gemeinde und Transformation) können Kenndaten zur Treibhausgasbilanz, zum Gebäudebestand, zum kirchlichen Leben und zur Kommunalstatistik in Kartendarstellungen analysiert, visualisiert und exportiert werden. Die GuTe-App visualisiert die zeitliche Entwicklung von Kennzahlen und produziert Prognosen mit der Möglichkeit verschiedene Szenarien zum Gebäudebestand und zu Entwicklungsräumen durchzuspielen.  

2 Wanderausstellungen Kirchenbankheizung wurden von Januar bis April 2024 in insgesamt 11 Kirchen ausgestellt. Die Ausstellung umfasst ein Rollup-Banner und Flyer über die Temperierung in Kirchen, Klimamonitoring und Winterkirchen.  Highlight der Ausstellung sind Muster-Sitzkissenheizungen für Kirchenbänke.  

 20 Energieberatungen wurden in Kooperation mit der Klimaschutzberatung “Energie & Kirche” durchgeführt. Zu den Beratungen gehören Vor- Ort-Besuche und die Erstellung von Energieberichten. In den Strategieberatungen wird jeweils ein gesamter Gebäudestandort einer Kirchengemeinde in den Blick genommen und kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vorgeschlagen und bewertet.  

Gebäudestrategieberatung verfolgt die Entwicklung des Gebäudebestands in der EKvW bis 2035 unter den bisher bekannten Prognosen mit rück- läufigen Gemeindegliederzahlen, Kirchensteuern und Pfarrstellen. Dies führt einerseits zur Verkleinerung des Gebäudebedarfs und Gebäudebestands in der EKvW und andererseits ist die Entwicklung wirtschaftlicher Immobilien notwendig, aus deren Erträge Kirchengemeinden auch zukünftig über finanzielle Einnahmen verfügen können. Modelle der Bestandsanalysen dienen als Grundlage, Gebäude-Orientierungswerte als Bewertungshilfe.  Konkrete Pilot-Projekte und Beratungen erfolgten in 10 unterschiedlichen Kirchenkreisen und 22 Kirchengemeinden.  

Politische Lobbyarbeit in Netzwerken wie der Klima-Allianz Deutschland, dem KlimaDiskurs. NRW und dem Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit. Dabei wurden Lobbyinggespräche  mit rund 10 politischen Entscheidern (Bundestagsabgeordnete, Staatssekretär*innen, EU-Par- lamentsmitglieder etc.) vorbereitet, gemeinsame Veranstaltungen mit Beteiligung politischen   
Entscheidern geplant und konkrete Kampagnen konzipiert. Thematische Arbeitsschwerpunkte   waren dabei u.a. die deutsche und europäische THG-Bepreisung, das Gebäudeenergiegesetz,   

der Abbau klimaschädlicher Subventionen, die Haushaltsverhandlungen mit Fokus auf eine zukunftssichere Finanzierung eines sozial gerechten Klimaschutzes in Deutschland sowie lokale Suffizienzstrategien und eine nationale Suffizienzpolitik.  

06 Mobilität

Bilanzierung Mobilität: Mobilitätsdaten zur THG- Bilanzierung (Dienstwege und Wege zur Arbeit) konnten in nur 11 Kirchenkreisen erhoben werden.  Die Umsetzung der Datenerhebung über Abrechnungsdaten erwies sich als zeitaufwendig, teilweise konnten Daten nur unvollständig erfasst werden und aufgrund der vielfältigen Erhebungsansätze sind die Hochrechnungen nur schwer mit- einander vergleichbar. Für eine nachhaltige Mobilitätsdatenerfassung werden kommende Bilanzen über Mobilitätsumfragen erhoben. Um langfristig auch Abrechnungsdaten bilanzieren zu können, werden Optionen einer digitalen Dienstwegeerfassung evaluiert und pilotiert.  

Mobilitätsumfragen zur Beschäftigtenmobilität, zu dienstlicher Mobilität und zur Mobilität in Kindertagesstätten mit den Schwerpunkten Bilanzierung und Maßnahmenumsetzung sind vom Klimabüro bereitgestellt und wurden in den Kirchenkreisen Soest-Arnsberg, Bochum, Dortmund, Hagen, Hamm, Hattingen-Witten und Schwelm bereits durchgeführt.  

Digitale Reisekostenerhebung: Landeskirchenweit soll in den kommenden Jahren das Personalmanagementprogramm LogaHR eingeführt werden, das System wird 2025 in drei Kirchenkreisen pilotiert. Die kreiskirchlichen Fachstellen für Klimaschutz und das Klimabüro begleiten die Pilotphase, um Chancen der weiteren Digitalisierung im Personalwesen zu nutzen. 

07 Beschaffung und Kirchenland

Bilanzierung Beschaffung: Eine erste THG-Bilanz für die Beschaffung der Landeskirche liegt vor.  Für den kommenden Bilanzzeitraum ist eine   Bilanzierung des Beschaffungsvolumens in einzelnen Kirchenkreisen geplant.   

Musterbeschaffungsordnung: Ein Papier mit Grundsätzen für eine ökologisch faire Beschaffung in Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen ist bereitgestellt.  

Kirchenpachtland nachhaltig bewirtschaften:  Die bundesweite Projektstelle im Institut für Kirche und Gesellschaft hat zum Ziel, eine nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen in der EKvW zu befördern, Netzwerke zu den Themen Kirchenpachtland und nachhaltige Beschaffung zu moderieren und Nord-Süd-Partnerschaften zu implementieren. 

Datenerhebung Flächennutzung: Dem Klimabüro liegen Informationen zu den land- und forstwirtschaftlichen Flächen aller 26 Kirchenkreise vor, bei Kirchenkreisen mit mehr als 30 ha Gesamtflächen liegen, sogar flurstücksgenaue Listen vor. Auf Grundlage der Datenerhebung können Angaben zu räumlichen Schwerpunkten gemacht werden.  Mithilfe der flurstücksgenauen Listen ist es sogar möglich, die Informationen auf digitalen Karten aufzubereiten.  

Flächennutzung räumliche Verteilung: Die Datenerhebung ergibt einen räumlichen Schwerpunkt mit Acker- und Grünland im nördlichen Ostwestfalen, im nördlichen Münsterland und in Unna. Im Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein liegen mit Abstand die größten Forstwirtschaftlichen Flächen der EKvW.  

08 Bildung und Kommunikation

Austausch zwischen Akteur*innen: Zwei Klima- Netz-Tagungen mit 94 Engagierten fanden 2023 in Paderborn und 2024 in Schwerte statt. Die Tagung dient insbesondere dem Austausch und dem Vernetzen. In einer bunten Mischung aus Vorträgen und Workshops können zudem praktische Informationen und Best-Practice-Beispiele mitgenommen werden.  

45 Online-Informations-Veranstaltungen mit über 700 Teilnehmenden. Dazu zählt zum einen die erfolgreiche Online-Seminarreihe „Energie- sparen und Klimaschutz in Kirchengemeinden” im Jahr 2023, zum anderen spezifische Beratungstermine zu unseren Web-Applikationen (Grünes Datenkonto / KlimaApp) und Informationsveranstaltungen zum landeskirchlichen Klimaschutzprozess. 2025 werden 7 Veranstaltungen der Reihe „Klimaschutz rund um den Kirchturm“ als Gemeinschaftsprojekt mit „Energie & Kirche“ und 13 (Erz-)Bistümern und Landeskirchen mit Teilnehmenden und Referent*innen aus ganz Deutschland durchgeführt.  

Partizipationsprozess Klimaschutzplan: Über das Jahr 2023 hinweg veranstaltete das landes- kirchliche Klimabüro 8 Fokusgruppen mit insgesamt 18 Onlinetreffen, bei denen die vom Klimabüro entwickelten Texte zum Klimaschutzplan diskutiert und inhaltlich vertieft wurden. An den Treffen zum Klimaschutzplan nahmen 47 ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende aus allen Bereichen der EKvW teil.  

 100+ Kitas im Projekt KITA+KLIMA: In dem Projekt werden energiesparende Maßnahmen angestoßen und vielseitige Anregungen zum Klimaschutz im Kita-Alltag geboten. Kinder forschen mit allen Sinnen, entdecken spielerisch Zusammenhänge und lernen nachhaltig zu handeln.  

8 Best-Practice Reportagen: Das Klimabüro hat Kirchengemeinden mit spannenden Nachhaltigkeitsprojekten besucht und so eine kleine Bibliothek mit Best-Practice-Projekten aufgebaut. Die Ideensammlung wird stetig ausgebaut.  

Weiterentwicklung Grüner Hahn: Das Erfolgsmodell des kirchlichen Umweltmanagements wurde vom bundesweiten Netzwerk weiterentwickelt.  Dabei wurde das bewährte Konzept generalüber- holt, sodass Kirchengemeinden ein niedrigschwelliger Zugang zum Umweltmanagement ermöglicht werden kann.  

Informationsbereitstellung: Auf kircheundklima.de werden insbesondere für innerkirchlich Aktive aktuelle Informationen über Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekte, Kontaktpersonen, Termine und Veröffentlichungen zusammengetragen.  

Digitale Datenplattform: Im KiWi-Portal (Kirche in Westfalen intern) wurde eine offene Gruppe eingerichtet, in der aktuelle Daten und Hilfsmittel (Positionen, Berichte und Beschlüsse und Informationen und Hilfsmittel) hinterlegt sind. Die Datenplattform wird kontinuierlich ausgebaut.  

Kommunikationsstrategie: Zur kirchlichen Klimaschutzarbeit ist ein Kommunikationskonzept in Entwicklung, das Zielsetzung, Zielgruppen und Kommunikationsregeln in den kirchlichen Körperschaften definiert. Auch die Themenbereiche Markenbildung und Kommunikationskanäle werden behandelt.  

Multidisziplinäres Team: Eine Arbeitsgruppe mit Expertinnen und Experten aus den vielfältigen Bildungsorten und -kontexten unserer Kirche ist in der Gründung und wird zeitnah seine Arbeit aufnehmen. Ein erster Arbeitsauftrag wird die Erstellung einer landeskirchlichen Bildungsstrategie und eines Schulungskonzepts. 

09 Ausblick

In der Umsetzung unserer Klimaschutzmaßnahmen zeigen sich mittlerweile konkrete Fortschritte, aber auch Herausforderungen. Bei unserem Ziel, bis 2025 mindestens 80% der Treibhausgasemissionen kirchlich genutzter Gebäude zu erfassen, sind wir auf einem guten Weg. Weniger zufriedenstellend verläuft dagegen die Einbindung langfristig genutzter Gebäude ins landeskirchliche Energiemonitoring. Zwar konnten wir erste Pilotprojekte erfolgreich auf den Weg bringen, doch das angestrebte Ziel einer 25-prozentigen Abdeckung bis Ende 2025 werden wir voraussichtlich verfehlen.  

Die Fortschritte bei Bedarfsplanung und Gebäudekonzeption variieren stark zwischen den einzelnen Kirchenkreisen. Um diese wichtige Arbeit zu unterstützen, wird bis Jahresende die „GuTeApp“ zur Datenvisualisierung und -analyse als zentrales Werkzeug bereitgestellt. Für 2026 haben wir uns eine umfassende Analyse aller Körperschaften auf Grundlage der erhobenen Bestandsdaten vorgenommen. Die GuTeApp wird dabei eine automatisierte Berichterstellung ermöglichen, wodurch wir die gesammelten Daten effizient aufbereiten und nutzbar machen können.  

Ein weiterer Schwerpunkt für 2025 liegt auf der flächendeckenden Umsetzung einer Mobilitätsbefragung der Mitarbeitenden in unseren kirchlichen Körperschaften. Die hierfür erstellen Umfragen wurden bereits entwickelt und in Teilen erprobt.  Auch im Beschaffungsbereich steht die erste um- fassende Bilanzierung an – der dafür notwendige Werkzeugkasten befindet sich bereits in der Testphase. Die Entwicklung eines Bildungskonzepts haben wir gemeinsam mit Bildungsexpert*innen unserer Landeskirche in einem partizipativen Prozess angestoßen und planen den Abschluss bis zum Jahresende.  

Bis Ende 2026 wollen wir in sämtlichen Kirchen- kreisen Klimaschutzkonzepte entwickeln, evaluieren und fortschreiben. Besonders für jene Kirchen- kreise, die keine eigenen Klimaschutz-Fachstellen unterhalten, stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar. Hier müssen wir gezielt Unterstützung leisten, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. 

Informationsmaterial zum Klimaschutzbericht