EKvW klimaneutral bis 2040: ABER WIE?

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen hat im November 2019 ihr Klimaversprechen abgegeben. Das erklärte Ziel: Klimaneutral bis 2040. Was das Klimaschutzziel genau ist, was in der EKvW bisher für den Klimaschutz getan wird und wie das Klimaschutzziel 2040 erreicht werden kann, erklären die folgenden Videos.

Klimaziel

Um einen messbaren kirchlichen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu leisten, muss die EKvW bis 2040 eine bilanzielle Klimaneutralität anstreben. Hierfür ist wichtig, dass die Treibhausgas-Emissionen in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität deutlich gesenkt werden. Ein Weiter-so würde das »Klimaschutzziel 2040 deutlich verfehlen – daher ist eine Trendwende nötig.

Das alte Ziel bis 2020 war eine Gesamtreduzierung um 40%. Das neue Ziel gibt eine 70% Reduzierung bis 2030 und eine Reduzierung um 95% bis 2040 vor. Neben dem „großen“ Gesamtziel ist es notwendig, Teilziele für die umweltrelevanten Bereiche kirchlichen Handelns und Wirtschaftens festzulegen.

Sollte die EKvW ihr Klimaneutralitätsziel auf 2035 verschärfen?

Mehrfachnennungen sind möglich.

Klimabilanz

Schauen wir zurück zum Jahr 2019 stellen wir fest, dass im Vergleich zum Ausgangsjahr 1990 das Reduktionsziel von 40% im Bereich Gebäude erreicht wurde. Im Bereich Mobilität hingegen wurde das Ziel bei Weitem verfehlt. Da Gebäude den größeren Anteil der Treibhausgas-Emissionen ausmachen, liegt unsere »Klimabilanz im Mittel aber bei knapp 40%.

Unterschiedliche Gebäudetypen verursachen unterschiedlich hohe Treibhausgas-Emissionen. Kitas werden beispielsweise am intensivsten genutzt und verbrauchen somit die meiste Energie. Kirchen sind unsere größten und ineffizientesten Gebäude und belegen Platz zwei. Darauf folgen Gemeindehäuser, Pfarrhäuser und sonstige Immobilien.

Welche Schlussfolgerungen sollten wir aus unserer Klimabilanz ziehen?

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Klimamaßnahmen

In diesem Video werden wir Ihnen die Herausforderungen von kirchlichem Klimaschutz vorstellen. Dafür unterteilen wir sie in die »Handlungsfelder Gebäude, Mobilität, Beschaffung und Kirchenland. Gebäude machen rund 80% der bilanzierbaren Emissionen aus. Wir müssen Bestandsgebäude auf ihre Zukunftsfähigkeit prüfen, im höchsten Standard sanieren und bauen. Außerdem müssen wir unseren gesamten Strombedarf selbst durch erneuerbare Energien produzieren. 

Die Mobilität bildet mit ca. 20% der bilanzierten Emissionen den zweiten großen Themenkomplex des kirchlichen Klimaschutzes. Wir können Emissionen einsparen, indem wir Fahrten und Distanzen reduzieren oder indem wir nachhaltigere Verkehrsmittel nutzen. Beschaffung und Kirchenland werden im Klimaschutzkonzept aufgrund ihrer hohen Komplexität nicht bilanziert. Sie können aber in ihrer Bedeutung für die gesamtgesellschaftliche CO2-Bilanz kaum überschätzt werden.

Welche Bedeutung sollten die vier Handlungsfelder im kirchlichen Klimaschutz haben?

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Rahmenbedingungen für Klimaschutz

Rechtliche Rahmenbedingungen

Damit wir bis 2040 klimaneutral werden, braucht es in unserer Landeskirche die dafür notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen. Zunächst ist es wichtig, ein wirksames Controlling aufzubauen. Dafür muss es eine eindeutige Definition des Klimaschutzzieles geben. Außerdem muss das Berichtwesen geregelt sein. Berichte könnten beispielsweise jährlich auf den Kreis- und Landessynoden erfolgen. Damit diese aussagekräftig sind, braucht es eine klare Datenlage.

Zusätzlich werden auch Regelungen benötigt, die die konkrete Umsetzung von Maßnahmen erleichtern. Es müssen Standards festgelegt werden, nach denen geplant und gebaut werden kann, zum Beispiel verpflichtende Standards für Heizsysteme.

Wie sollten Ihrer Meinung nach die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen in unserer Kirche geschaffen werden?

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Finanzielle Rahmenbedingungen

Um gute finanzielle Rahmenbedingungen für wirksamen Klimaschutz zu schaffen müssen wir wissen, wieviel uns unser Klimaschutzziel kostet und welche Kosten dadurch vermieden werden können. Die Mitglieder und somit auch die Kirchensteuereinnahmen der EKvW sinken stetig. Gleichzeitig steigen die Kosten für unsere Gebäude. Klimaschutzmaßnahmen reduzieren nicht nur Treibhausgasemissionen sondern auch die jährlichen Kosten. Auf lange Sicht ist Klimaschutz somit auch wirtschaftlich nachhaltig.

Um die notwendigen Investitionen für unsere Gebäude heute finanzieren zu können, brauchen wir einen solidarischen Finanzierungsmechanismus. Wir haben drei Prinzipien untersucht, die unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Die Finanzierungsinstrumente lassen sich auch miteinander kombinieren.

Wie sollten Investitionen im kirchlichen Klimaschutz finanziert werden?

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Personelle Rahmenbedingungen

Für effektiven kirchlichen Klimaschutz braucht es auch gute personelle Rahmenbedingungen. Wir müssen klären, welche Arbeit gemacht werden muss und welche Menschen es dafür braucht. Außerdem müssen wir festlegen, in welcher Ebene und Stelle diese Menschen arbeiten werden. In der EKvW eignen sich drei Orte dafür besonders gut: Das Institut für Kirche und Gesellschaft, das Landeskirchenamt und die Kreiskirchenämter.

Im IKG könnten beispielsweise Schulungen und Kampagnen zur Informationsvermittlung durchgeführt werden. Auch Stellungnahmen und die Koordination der jährlichen Berichterstattung wären hier angesiedelt. Im LKA sollte eine Vertiefung der Bauberatung sichergestellt werden. Außerdem würden hier die Genehmigungs- und Finanzierungsprozesse abgewickelt. Ein personeller Schwerpunkt sollte in den Kirchenkreisen liegen. Hier findet der Kontakt in die Kirchengemeinden statt. Dazu gehört Öffentlichkeitsarbeit, Vor-Ort-Beratung, Monitoring und Controlling.

Wie sollten die personellen Rahmenbedingungen für Klimaschutz auf Kirchenkreisebene gestaltet werden?

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Kommunikation und Partizipation

Unsere Kirche ist in drei Ebenen unterteilt. Die erste Ebene ist die Landeskirche mit der Landessynode, dem Landeskirchenamt und weiteren landeskirchlichen Institutionen. Diese Gruppen müssen in den Prozess mit eingebunden werden. Auf Ebene der Kirchenkreise und Kirchengemeinden muss unter anderem mit der Kreissynode oder dem Presbyterium, dem Umweltausschuss und den Klimaschutzbeauftragten kommuniziert werden.

Die vielen Informationen zum Klimaschutz in unserer Kirche sollen für alle Menschen gut auffindbar und verständlich gemacht werden. Dafür haben wir das Expertengutachten zu unserer Klimabilanz und den Maßnahmen in einem Impulspapier zusammengefasst. Unsere Webseite und die Videos dienen ebenfalls der Informationsvermittlung. Auch der Austausch zwischen Expert*innen und Interessensgruppen ist wichtig. In der EKvW haben sich schon mehrere solcher Netzwerke gegründet: Zum Beispiel die Konferenz der Umweltbeauftragten, der Runde Tisch Klimaschutz und die ständige Arbeitsgruppe der Landeskirche.

Für eine gute Klimakommunikation in unserer Kirche brauchen wir Ihre Unterstützung. Sie können beispielsweise diese Seite bewerben oder unsere Postkarten und Plakate in Ihrer Kirchengemeinde verteilen. Auch können Sie sich selbst in Netzwerken beteiligen und mit uns in Kontakt treten.

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Bildquelle:

  • EKvW klimaneutral: EKvW