Fotowettbewerb

2021 hat die Klimaschutzstelle der evangelischen Kirchen von Westfalen den ersten KIRCHE+KLIMA Fotowettbewerb ausgerufen. Von den Einsendungen ernannte eine fünfköpfige Jury drei Gewinner. Zusätzlich wurden neun weitere Fotos auswählt, welche zusammen mit den Preisträgern im KIRCHE+KLIMA Wandkalender veröffentlicht wurden.

Am Wettbewerb durften sich alle (Hobby-)Fotografen aus dem Wirkungsbereich der Evangelischen Kirche von Westfalen beteiligen, die in ihren Fotos den Zusammenhang von Klimaschutz und Kirche darstellen konnten. Bis zum Einsendeschluss am 30. Juni erreichten 55 Einsendungen das KIRCHE+KLIMA-Team am Institut für Kirche und Gesellschaft. Die Jury setzte sich zusammen aus drei Referenten des Fachbereichs UMWELT+SOZIALES
(Hans-Jürgen Hörner, Dr. Gudrun Kordecki und Simone Hüttenberend), Christoph Lindemann von der Stabstelle Kommunikation am Landeskirchenamt und Dipl.-Fotodesigner Ivo Mayr, Leiter des StudioLabs der RWTH Aachen.

Bestellung KIRCHE+KLIMA Wandkalender

Der DINA4 Wandkalender in Spiralbindung kann zu einer geringen Schutzgebühr (inkl. Porto) am Institut für Kirche und Gesellschaft bestellt werden:

1 Kalender 2,00€

ab 5 Kalender je 1,00€

ines.schaefer@kircheundgesellschaft.de

1. Platz: Wenn ich groß bin, …

Begründung der Jury:

Mohsin dominiert mit seinen 6 Jahren die bunte Szene vor dem Kirchturm. Der Betrachter wird mit einem entschlossenen Blick konfrontiert, dem man nicht leicht ausweichen kann. Eingerahmt wird die Szene von Lego-Duplo-Windrädern. Mohsin kommentiert sein Bauwerk mit den Worten: „Wenn ich groß bin, baue ich Windkraftwerke! Dann haben wir Strom und Elektrik. Und ich helfe Gott – der braucht dann nur noch den Wind zu machen.“ Sein starker Blick und die erhöhte Position des Jungen lässt schon heute den unermüdlichen Baumeister von morgen erahnen. Mohsins Zuversichtlichkeit gibt Hoffnung für die Zukunft, sein Pragmatismus ist ein Appell an uns, endlich loszulegen.

Die positive, aber eindringliche Botschaft des Bildes hat die Jury sehr bewegt. Sie steht im klaren Bezug zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Generationengerechtigkeit unserer Klimaschutzpolitik. Es sind die Träume der Kinder, die unsere Welt von morgen formen. Es sind aber auch die Träume und Wünsche der Kinder, die wir heute mit unseren Taten schützen müssen.

2. Platz: Jugend schützt Klima

Begründung der Jury:

Das Bild zeigt eine Gruppe Erzählfiguren, die in der Dachrinne der Kirche von Everswinkel eine Fridays for Future Demonstration abhält. In ihrem Rücken sieht der Betrachter die Photovoltaik-Anlage der Kirchengemeinde, weiter im Hintergrund steht der Kirchturm. Die Szene wirkt sehr lebendig, auch wenn nur Puppen abgebildet sind. Der Betrachter spürt die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Nähe in Zeiten der Pandemie. Die Komposition ist harmonisch und die Farbigkeit stimmig.

Das liebevolle Arrangement der handgefertigten Puppen und ihre humorvolle Anordnung auf dem Kirchdach hat die Jury begeistert. Das Bild fängt auf unkonventionelle Art die Atmosphäre in kirchlichen Gruppen auf. Die Puppen verkörpern nicht nur den Posaunenchor von Everswinkel, sondern auch die kirchliche Gemeinschaft in Diakonie, der Frauenhilfe und in Kindertagesstätten. Diese einzigartige Gemeinschaft hat das Potential, gemeinschaftlich Veränderungen zum Schutz des Klimas einzufordern und anzupacken.

3. Platz: Bagger in Kirche

Begründung der Jury:

Das Bild zeigt in Vogelperspektive ein Kirchenschiff, das sich in einer Umbaumaßnahme befindet und in dessen Zentrum sich farbig ein ruhender Bagger vom erdigen Kirchboden abhebt. Ein weiterer Farbakzent in der sonst flächigen Komposition bildet das rot melierte Kreuz im Altarraum. Die Szene wird von stimmungsvollem Tageslicht durch die Kirchenfenster belichtet und strahlt eine majestätische Ruhe aus – das Atemholen vor dem nächsten großen Kraftakt.

Das Bild hält einen etwas skurrilen Moment fest, der dokumentarisch Zeugnis über handfeste Veränderungen zum Klimaschutz ablegt. Er zeugt von dem notwendigen Umbruch in unseren kirchlichen Gebäuden, der aufwändig und kostspielig ist und deshalb manchmal gerne beiseitegeschoben und verdrängt wird. Der Bagger ist ein starkes Symbol für große Veränderungen und hat die Jury mit seiner Authentizität überzeugt. Das Baugerät im Sakralbau erfährt nach der jüngsten Flutkatastrophe ein weitere, ursprünglich nicht antizipierte, Bedeutungsebene, die die Dringlichkeit des Handelns für den Schutz des Klimas zusätzlich unterstreicht.

„Für den christlichen Glauben gehören die Dankbarkeit für die Schönheit der Schöpfung, die Sorge um ihre Erhaltung und der Kampf gegen ihre Zerstörung untrennbar zusammen. Die Klimakrise fordert unseren Glauben und unser Handeln.“

Annette Kurschus, Präses der evangelischen Kirche von Westfalen

Die Bewertungskriterien

  • Darstellung des Themas
  • Kreativität / Originalität
  • Fotografische Gestaltung / Ästhetik
  • Technische Umsetzung
  • Aussagekraft der Bildbeschreibung (max. 500 Zeichen)

Die Jury

Hans-Jürgen Hörner: Projektleiter Der Grüne Hahn, Institut für Kirche und Gesellschaft

Simone Hüttenberend: Referentin für Gebäude und Mobilität, Klimaschutzmanagerin der EKvW

Dr. Gudrun Kordecki: Referentin für Umwelt und Bioethik, Institut für Kirche und Gesellschaft

Christoph Lindemann: Stabsstelle Kommunikation, Print, Marketing, Kampagnen, Landeskirchenamt

Ivo Mayr: Dipl.-Fotodesigner, Leiter Studio Lab RWTH Aachen

Bildquelle:

  • Wenn ich groß bin …: Stefanie Dargel, Hamm
  • Jugend schützt Klima: Corinna Tyrell, Everswinkel
  • Bagger in Kirche: Ulrich Schulte, Ahlen